Samstag, 16. Dezember 2017

Marmoutier und Altenstadt - Schönste Romanik im Nordelsaß


Das Kloster Marmoutier (lat. Mauri Monasterium; deutsch Maursmünster) im Elsass wurde um 590, nach anderen Quellen 659 wohl vom hl. Leobard (Liebhard) (+ um 680 in Maursmünster), einem Schüler des hl. Columban gegründet und nach der oberitalienischen Stadt Aquileia genannt. Maursmünster wird zu den merowingischen Klöstern gerechnet und war eine Reichsabtei. 728 reformierte der hl. Pirmin als Abt mehrere elsässische Klöster columbanischer Prägung im Sinne der Benediktregel, darunter auch Maursmünster. Abt wurde Maurus, nach dem das Kloster bald benannt wurde. Am 1. März 1096 weihte Papst Urban II. die neue Klosterkirche ein. Von der staufischen Architektur der Stiftskirche ist heute noch die Westfassade (um 1140/50), die Vorhalle und die Türme aus dem 11. und 12. Jahrhundert vorhanden. Die Fassade wird von drei Giebeln gekrönt und ist von zwei Achtecktürmen flankiert. Dazwischen erhebt sich ein viereckiger, 36 m hoher Hauptturm. Obwohl der Bau nur 20 m breit ist, macht er einen mächtigen Eindruck. Die Front mit ihrem reichen Figurenschmuck, aber auch der Säulen- und Bogenschmuck der Vorhalle zeugen von der romanischen Bildhauerkunst. Daher gilt diese romanische Abteikirche auch als eine der schönsten des Elsass überhaupt. Das hinter dem Westwerk liegende Langhaus der Kirche wurde zwischen 1225 und 1301 in gotischen Formen neu erbaut.


Das Kloster Marmoutier (lat. Mauri Monasterium; deutsch Maursmünster) ist eine ehemalige Benediktinerabtei im Ort Marmoutier im Département Bas-Rhin in der französischen Region Elsass (heute Grand Est).


Nicht gar so wuchtig wie Marmoutier ist Saint-Ulrich in Altenstadt, einem Ortsteil von Wissembourg (Weißenburg) nahe der deutsch-französischen Grenze. Hier beginnt die elsässer Route Romane, die Straße der Romanik. Sie führt im Süden bis in den Sundgau. Saint-Ulrich ist die älteste romanische Kirche des Elsaß.


Der Westturm birgt ein bemerkenswertes Portal, dessen reichgeschmückter Sturz aus dem 11. Jahrhundert Seltenheitswert besitzt. Die sieben umrankten Medaillons erinnern an koptische Stoffe und eine Inschrift besagt, dass jeder Besucher der Kirche vor Eintritt erst die Erlaubnis des Abtes Liuthard einholen solle. Das ist heute nicht mehr möglich, denn Liuthard von Weißenburg stand dem Benediktinerkloster Sankt Ulrich in Altenstadt im ersten Drittel des 11. Jahrhunderts vor.



Im Biosphärenreservat Pfälzerwald


Gibt es in Deutschland einen Urwald? Spontan werden die meisten an den Nationalpark Bayerischer Wald denken. Doch der ist erst zum Urwald gemacht worden. Ein echter Urwald hingegen ist der Pfälzerwald mit seiner in weiten Teilen unberührten Natur. Was Wunder, daß seit altersher sich Sagen, Legenden und Mythen um diesen Wald ranken.


Seit 1998 ist der Pfälzerwald UNESCO-Biosphärenreservat. Das deutsch-französische Biosphärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord wurde 1998 als erstes grenzüberschreitendes Biosphärenreservat der UNESCO in Europa ausgewiesen. Der deutsche Teil war damit das 12. von 15 Biosphärenreservaten in Deutschland.

Ganz am Anfang der Entwicklung stand die Gründung des Naturparks Pfälzerwald im Jahr 1958. Er war seinerzeit einer der ersten Naturparke in Deutschland und gehört heute mit einer Größe von 179.000 Hektar mit zu den größten Naturparken im Bundesgebiet. Primäres Ziel des Naturparks war es, für die Bevölkerung der umliegenden Ballungsräume eine großräumige, weitgehend unberührte und naturnahe Landschaft als Ort der Erholung und Begegnung mit der Natur zu erhalten und erschließen. Offiziell unter Schutz gestellt wurde er im Jahr 1967 als Landschaftsschutzgebiet „Naturpark Pfälzerwald“; aktualisiert und erweitert wurde die Unterschutzstellung mit der Landesverordnung über den Naturpark Pfälzerwald von 1984 deren Ziel es ist, den Landschaftsraum zu schützen, um die Vielfalt, Eigenart und Schönheit des Gebiets zu erhalten.

Im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen (das erste grenzüberschreitende Biosphärenreservat der UNESCO) - Natur pur - Kultur und Geschichte - Im Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz erfahren wir Wissenswertes über den Wald, seine Flora und Fauna.

Die Dörfer im Wasgau haben sich ihren ursprünglichen Charme bewahrt. Erfweiler bei Dahn ist eines dieser Dörfer. Typische Fachwerkhäuser bilden das Ortsensemble.


Gleiches gilt für das nahe Hinterweidenthal. Von dort nach Norden erstreckt sich die größte Kernzone des Biosphärenreservats, das Quellgebiet der Wieslauter.

Hinterweidenthal in der Pfalz (Wasgau, Pfälzerwald) - staatlich anerkannter Erholungsort im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz - nahe des Ortes befinden sich verschiedene Felsformationen, wie Teufelstisch (im Video zu sehen), Rappenfels und Heufelsen. Die evangelische Kirche ist ein Saalbau von 1778. Sehenswert die vielen Fachwerkhäuser aus dem 18. Jahrhundert.

Und auch Eppenbrunn ist ein lohnendes Ziel.

Eppenbrunn im Pfälzerwald - Wir besuchen den Kurpark und den Stüdenbachweiher, von wo der Bach ohne Grenzen (der Eppenbrunnbach) seinen Anfang nimmt. Die Altschloßfelsen bei Eppenbrunn sind das größte Buntsandsteinmassiv der Pfalz.


Der Rödelstein nahe des Örtchens Vorderweidenthal im Pfälzerwald gehört zu den bekannten Kletterfelsen der Pfalz. Von Februar bis Juli darf der Felsen wegen des Brutgeschäfts der dort beheimateten Falken nicht geklettert werden.





Freitag, 15. Dezember 2017

Wetter ist immer ...


... und besonders im Winter gibt es viel Wetter, auf das man guten Gewissens gerne verzichten könnte. Ich habe mal dazu ein bißchen ins Film- und Foto-Archiv gegriffen.

Orkantief Andrea am 5. Januar 2012 in Nürnberg. Vormittags herrscht Starkwind und es regnet. Gegen Mittag geht der Regen in Schnee über und die Schneefälle werden immer heftiger. Abends flaut der Wind bis zur Windstille ab und die Schneefälle hören auf.



Der Fotoreporter findet natürlich im Winter viele symbolhafte Motive.


Hier auf den Höhen der Fränkischen Schweiz bei Hartenstein ist das Foto der Schafe entstanden.


Und hier, im Veldensteiner Forst, treiben sich mittlerweile Wölfe rum.

Sind Cabrios wintertauglich?




Ja, sie sind es. Auf jeden Fall Blechdach-Cabrios und Targas, aber auch Cabrios und Roadster mit Stoffverdeck sind heutigentags absolut geeignet, mit ihnen durch den Winter zu fahren.


Donnerstag, 14. Dezember 2017

Es gibt keine Winter mehr?


Winter in Nürnberg - 2006 -


Wintereinbruch in Nürnberg - 30.11. und 1.12.2010 -

Es gibt doch da so einen Herrn, der (am 1. April des Jahres 2000) die Behauptung aufgestellt hat, es würde bei uns keine Winter mit Schnee mehr geben. Nein, Mojib Latif hatte das nicht als Aprilscherz gemeint. Es war des "Klimaforschers" völliger Ernst gewesen.

Die "Erfüllung" seiner "Prognose" können wir Jahr für Jahr in der Praxis bestaunen.


Bis hin zu der Tatsache, dass wegen der horrenden Schneefälle der Großstadt Nürnberg Ende Dezember 2010 das Streusalz ausgegangen war.


Was Wunder, war doch am 10. Dezember eine wahre Schneewalze über die Stadt gekommen. Dafür hatte Tief Petra gesorgt.




Siehe auch Winter in der Südwestpfalz und In Pfälzisch Sibirien


Mittwoch, 13. Dezember 2017

Annweiler am Trifels in der Südpfalz


Annweiler am Trifels ist malerisch gelegen im Biosphärenreservat Pfälzerwald, dem größten zusammenhängenden Waldgebiet in Deutschland. Umgeben von grünen Wäldern, idyllischen Bachtälern und sanft geschwungenen Bergen und Streuobstwiesen ist es ein idealer Ausgangspunkt für endlose Wanderungen durch unberührte Natur, aber auch für Radwanderungen auf den gut beschilderten Radwegen.

1116/1118 wurde Annweiler erstmals urkundlich erwähnt; 1219 erhob der Stauferkaiser Friedrich II. das Dorf zur freien Reichsstadt. Damit ist Annweiler am Trifels die zweitälteste Stadt der Pfalz nach Speyer. Bedeutung erlangte die Stadt besonders unter den Stauferkaisern. 1944 wurde das kleine Landstädtchen bei Bombenangriffen schwer zerstört, hat sich aber nach behutsamem Wiederaufbau viel von seinem mittelalterlichen Charme bewahrt.

Mit über 7.000 Einwohnern ist Annweiler am Trifels heute ein romantisches lebendiges Städtchen mit einem hübsch restaurierten historischen Stadtkern, überragt von der berühmten Kaiserburg Trifels und den Ruinen Anebos und Münz.


Die staufische Reichsburg Trifels bei Annweiler in der Pfalz. Hier wurden einst die Reichskleinodien aufbewahrt und hier saß der englische König Richard Löwenherz gefangen.


Der Trifels bei Annweiler im Pfälzerwald ist eine ehemalige Reichsburg der Staufer. Hier wurden im Mittelalter die Reichskleinodien aufbewahrt und hier saß bis zur Zahlung eines hohen Lösegeldes auch der englische König und Herzog der Normandie Richard Löwenherz gefangen.

Barbarossatunnel und Staufertunnel heißen sie, die Tunnel der Ortsumgehung von Annweiler in der Pfalz, und erinnern damit an die Vergangenheit der Reichsfeste Trifels im Mittelalter. Da war die Kleinstadt im Pfälzerwald sozusagen fast so was wie die Hauptstadt des Heiligen Römischen.


Die Tunnel von Annweiler im Pfälzerwald (u.a. Staufer-Tunnel, Barbarossa-Tunnel) sind die Ortsumgehung für die Ortschaften Annweiler und Rinnthal. Zwei der Tunnel wurden jüngst modernisiert. So wurden die Fluchtwege besser ausgeschildert und beleuchtet. Die Bundesstraße 10 ist die Hauptverkehrsader von West nach Ost durch den Pfälzerwald. Entsprechend hoch ist das Verkehrsaufkommen.




Winter in der Südwestpfalz


Unser Dorf auf der Hackmesserseite in der Südwestpfalz hat eine Höhenlage von 400 Metern ü.N.N., was uns auch immer "satte" Winter beschert. So sah es am 13. Dezember aus:


Und drei Tage vorher nicht viel anders.



Und hier noch eine Rückblende ins Jahr 2014:





Siehe auch: Pfälzisch Sibirien

Dienstag, 12. Dezember 2017

Rodalben


Das Gräfensteiner Amtshaus

Rodalben ist eine Stadt im rheinland-pfälzischen Landkreis Südwestpfalz und Sitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde. Mit über 7.000 Einwohnern ist sie die größte Kommune des Landkreises. Rodalben ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort. Rodalben wurde vermutlich als Siedlung des keltischen Stammes der Mediomatriker gegründet und später nach dem Fluss benannt. Als alb bezeichneten die Kelten Flüsse oder Bäche. Namensbestandteil Rod, zeitweise auch Roth, geht darauf zurück, dass in den Tälern durch das Roden (Rotten) der Wälder weite Wiesen- und Ackerflächen angelegt wurden.

1237, im Mittelalter, wurde Rodalben erstmals urkundlich als Meyerhof erwähnt. Es war über Jahrhunderte eine bäuerlich geprägte Ansiedlung, die zusammen mit Burg Gräfenstein bei Merzalben den Grafen von Leiningen gehörte. Um das Jahr 1360 dürfte die erste Pfarrkirche in Rodalben erbaut worden sein. Davon zeugen der noch erhaltene romanische Turm und der mit Fresken reich geschmückte gewölbte Chor.


Die Anfänge der Marienkirche liegen in romanischer Zeit um das 11./12. Jahrhundert. Das heutige Erscheinungsbild ist spätgotisch (14. Jahrhundert), die Wand- und Deckenmalereien stammen aus dieser Zeit. Der Turm wurde im 18. Jahrhundert erhöht und mit einem spitzen Helm bedacht.


An der Marienkirche erinnert die Brunnenanlage „Grünesputschfrau“ daran, dass einst Frauen aus Rodalben gebundenes Suppengrün auf dem Markt von Pirmasens verkauften.

 


"Rätsel" nennt sich diese Plastik links im Bild.

Das Gebäude der VR-Bank im Hintergrund steht an der Stelle der "alten Juddeschul", eines jüdischen Betsaales und einer Schule. Das originale Gebäude wurde abgebrochen.

In Rodalben bestand eine jüdische Gemeinde bis 1937 zur staatliche Auflösung. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 16./18. Jahrhunderts zurück. Erstmals werden Juden 1581 genannt. Nach 1745 nahmen die Juden Rodalbens (Sitz der Grafschaft Gräfenstein, die zur Markgrafschaft Baden-Baden gehörte) den badischen Landesrabbiner Natanael Weil als ihren religiösen und geistigen Führer an. Nachdem 1776 Rodalben zur Markgrafschaft Baden-Durlach kam, wohnten einige Zeit keine Juden mehr am Ort. Im 19. Jahrhundert nahm die Zahl der jüdischen Einwohner zu. 1802 wurden in Rodalben und dem benachbarten Petersberg zusammen 100 jüdische Einwohner gezählt, die Mehrzahl wohl in Petersberg, da 1823 in Rodalben selbst nur 49 jüdische Personen lebten. 1809/10 werden folgende jüdischen Familien in Rodalben (vermutlich mit Petersberg) genannt: Herz Bauer (Kurzwarenhändler), Samuel Bauer (Kurzwarenhändler), Benedikt Baer, Jacques Joseph, Lion Joseph (Kurzwarenhändler), Levi Keim, Meyer Hirsch (Kaufmann), Isaac Neuberger. Die Zahl jüdische Einwohner stieg im Laufe der folgenden Jahrzehnte auf 66 (1836/37) und 93 (1848, in 19 Familien), um danach durch Aus- und Abwanderung langsam zurückzugehen: 1875 90, 1900 80 jüdische Einwohner.

An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge, eine jüdische Elementar-/Religionsschule, ein rituelles Bad sowie einen Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Die israelitische Schule bestand von 1869 bis 1937.


Gegen den neuen Judenhass auf Deutschlands Straßen !!!


Das Mahnmal für die Opfer des Holocaust am Bahnhof in Pirmasens

Das Existenzrecht des Staates Israel ist Staatsräson der Bundesrepublik. Aus gutem Grunde.


Und die Solidarität mit unseren "älteren Brüdern" (Papst Johannes Paul II.) ist uns Christen Verpflichtung.


Wir dürfen keinen Judenhass in unserem Lande dulden !!!

Die Synagoge von Dornum

Sie ist die einzige erhaltene Synagoge in Ostfriesland. Wenige Tage vor der Progromnacht 1938 wurde sie an einen Tischlermeister verkauft und entging so der Brandschatzung durch die Nationalsozialisten. Jedoch wurden die Fensterscheiben eingeschlagen und das Inventar auf dem Marktplatz verbrannt. 1991 wurde die Synagoge restauriert und dient heute als Gedenkstätte und Museum der jüdischen Kultur. Öffnungszeiten: freitags bis sonntags von 15:00 - 18:00 Uhr. Gruppenführungen nach Vereinbarung.

Kontakt:
Synagoge Dornum
Murra-Regner
Kirchstraße 6
26553 Dornum
Telefon: 04933-342


In der Gedenkstätte Synagoge Dornum ist eine Dauerausstellung zum jüdischen Leben in Ostfriesland untergebracht. Sie gliedert sich in die Bereiche „Geschichte“, „Kultur“ und „Religion“. Die Synagoge ist das einzige jüdische Gotteshaus in Ostfriesland, das nicht in der Reichspogromnacht zerstört wurde, da es bereits ein Jahr zuvor profaniert worden war. Die Synagoge in Dornum ist die einzige erhaltene und öffentlich zugängliche in Ostfriesland.

Dank des Einsatzes der nichtjüdischen Mitbürger hat die Synagoge im ostfriesischen Dornum die Pogromnacht von 1938 überstanden. Sie wurde damals nicht niedergebrannt. So ist sie heute ein wichtiger Zeuge des jüdischen Lebens und ein Dokumentationszentrum. Der Leiter, Georg Murra-Regner, erlaubte uns freundlicherweise, in der Synagoge zu filmen.

Die ehemalige Synagoge in Dahn


Montag, 11. Dezember 2017

Der Heilige Pirminius und sein Wirken - Auch heute aktuell


Baustelle Christentum (Symbolbild)
Kloster Hornbach während der Renovierung im Jahr 1991

Die geistige Situation der Christen im 21. Jahrhundert weist verblüffende Ähnlichkeiten mit der zur Zeit Pirmins auf. "Deutschland ist Missionsland geworden", hieß es 1948 auf dem Katholikentag in Mainz. Damals war der Bezug die barbarische und unchristliche Zeit des Dritten Reiches gewesen. Polens neuer Ministerpräsident Mateusz Morawiecki beklagt heute eine zu geringe Rolle des christlichen Glaubens in Europa. "Wir wollen Europa umwandeln, mein Traum ist es, es wieder zu rechristianisieren", sagte er in einem Interview mit dem katholischen TV-Sender Trwam. Vielerorts würden Kirchen nur noch als Museen genutzt. "Das ist sehr traurig", fügte der nationalkonservative Politiker hinzu.

Wir erinnern uns: Pirminius war ein Flüchtling und seine Flucht steht auch stellvertretend für die bewaffneten Konflikte von Christentum und Islam im 8. Jahrhundert unserer Zeitrechnung. Pirminius kam den Überlieferungen zufolge aus dem Westgotenreich, aus Spanien oder aus Aquitanien. Genau: Aus dem ehemaligen Westgotenreich. Im Jahr 711 stand es in Flammen: Araber hatten sich von Nordafrika zum Sturm auf die Pyrenäenhalbinsel aufgemacht und bei Xeres de la Frontera die Westgoten in sechstägiger Schlacht besiegt. Bis zur Reconquista sollte die spanisch-portugiesische Halbinsel für die nächsten 800 Jahre fest in maurischer Hand sein. Und es war keine friedliche Herrschaft. Klöster wurden zerstört und Mönche ermordet. So flohen viele, darunter auch Pirmin. Und die Araber marschierten weiter vor: Für Jahrzehnte war auch der Süden Frankreichs in ihren Händen. Erst Karl Martell stoppte diesen Vormarsch in der acht Tage wütenden Schlacht bei Tours und Poitiers im Herbst 732 und warf die Araber auf die Pyrenäenhalbinsel zurück. Vor diesem Hintergrund ist auch Leben und Wirken des Heiligen Pirminius zu sehen.

Und heute? Am Wochenende des 9. und 10. Dezember 2017 eskalieren in Berlin gleich mehrere Demonstrationen gegen Israel, es kommt zu antisemitischen Ausfällen. Am Sonntagabend wurde bei einer propalästinensischen Demonstration eine israelische Fahne angezündet. Der Streit um Jerusalem bringt erneut die islamische Gewalt in unser Land. Und nach Europa. Auch nach Frankreich, wo diese Gewalt auch längst zum Alltag gehört. Wo zum Beispiel in der Normandie ein Priester in seiner Kirche grausam ermordet wurde. Im Juli vergangenen Jahres. Man sollte es nicht zu schnell abhaken und zur Tagesordnung übergehen.

Wir finden die Märtyrer für den christlichen Glauben in den alten katholischen Kirchen allenthalben in den Reliquienschreinen. Und zu den Märtyrern zählt zweifelsohne auch der in Saint-Étienne-du-Rouvray ermordete 86-jährige Priester Jacques Hamel. "Die intensiven Gefühle nach dieser schändlichen Tat werden nicht versiegen, weder hier noch anderswo", sagte der Bürgermeister von Saint-Étienne-du-Rouvray, Hubert Wulfranc, bei einer Gedenkfeier für den Ermordeten. Hamel wurde ermordet weil er Christ war. Er wurde ermordet weil er Priester war. Er wurde ermordet weil er in den Augen seiner Mörder ein "Ungläubiger" war. Welch ein Hohn!

Und da sind wir schon wieder zurück bei Pirminius. Er war ja weniger Missionar denn Organisator zum Aufbau und zur Stärkung des Christentums im Reich der Merowinger, der Vorgänger der karolingischen Franken.

"Wir wollen Europa umwandeln, mein Traum ist es, es wieder zu rechristianisieren." Der polnische Ministerpräsident nennt mit dem Wort "Rechristianisierung" das gleiche Ziel, das Pirminius zu seiner Zeit in der Form der Christianisierung zeit seines langen Lebens verfolgt hatte.




Samstag, 9. Dezember 2017

Wissembourg: Le Marché de Noël


Jeden Samstag und Sonntag vom 25. November bis 17. Dezember, jeweils von 11 bis 19 Uhr:

Weihnachtsmarkt in Weißenburg im Elsaß. Ein kleiner beschaulicher Markt neben der Kirche Saints-Pierre-et-Paul. Sie ist neben dem Straßburger Münster die größte gotische Hallenkirche des Elsaß und beherbergt mit dem Heiligen Christophorus Frankreichs größtes gemaltes Menschenbildnis.


Gastronomisch zu empfehlen: "La Couronne", ganz in der Nähe.


Karte:


Auf den Spuren des Heiligen Pirminius (Forts.)


Hornbach in der Südwestpfalz war seine letzte Gründung. Als er im Jahr 742 das Kloster gründete war Pirminius bereits ein Greis. Graf Werner aus dem Geschlecht der Widonen, den späteren Herzögen von Lothringen, hatte ihn in die Westpfalz berufen und ihm eine Waldmark zur Klostergründung geschenkt.


Kloster Hornbach heute


Kloster Hornbach im Jahr 1990 vor und während der Renovierung

Mehr siehe auch hier.

Wir haben schon in diesem Artikel erfahren, dass der Heilige aber weit über Hornbach hinaus gewirkt hat.

Drum hier nun noch einige weitere Exkursionen zu Wirkungsstätten und Aufenthaltsorten des Heiligen.

Beginnen wir in der nach ihm benannten Stadt Pirmasens.Auch in dieser ursprünglichen Waldsiedlung wurde eine Kapelle errichtet, die der heiligen Juliana geweiht war. Sie befand sich an der Stelle der heutigen Lutherkirche, der Hof- und Garnisonskirche des Landgrafen Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt und Hanau-Lichtenberg.



Unter Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt wird am 5. April 1757 der Grundstein für die neue Hof- und Garnisonskirche gelegt. Am 4. Oktober 1761 wird die Kirche geweiht und heißt im Volksmund bald "Untere Kirche". 1793 werden die Glocken an die französische Revolutionsarmee abgeliefert und erst 1861 erhält die Lutherkirche ein neues Geläut. Am 9. August 1944 wird die Lutherkirche bei alliierten Luftangriffen zerstört. Der Wiederaufbau erfolgt von 1947 bis 1949. Am 5. November 1949 werden die Gebeine Landgraf Ludwigs IX. in der Gruft zwischen Altar und Taufstein wieder beigesetzt.

Das Land zwischen Zweibrücken, Pirmasens und Bitche war zu Zeiten Pirmins ein einsames und mit Wäldern und Sümpfen bedecktes Gebiet, nur durchzogen von einigen alten Römerstraßen. Heidnische Quell- und Felsgottheiten hielten sich hier länger als andernorts. Ein sehr bekanntes heidnisches Quellheiligtum befand sich etwa in Böckweiler. an der Stelle, an der dann Sankt Stephanus errichtet wurde.


Zu den Klöstern der Region, die der Heilige Pirminius zwar nicht gründete aber reformierte, gehörte auch die um 590 gegründete Abtei Marmoutier (Maursmünster) im Elsaß.


Das Kloster Marmoutier (lat. Mauri Monasterium; deutsch Maursmünster) im Elsass wurde um 590, nach anderen Quellen 659 wohl vom hl. Leobard (Liebhard) (+ um 680 in Maursmünster), einem Schüler des hl. Columban gegründet und nach der oberitalienischen Stadt Aquileia genannt. Maursmünster wird zu den merowingischen Klöstern gerechnet und war eine Reichsabtei. 728 reformierte der hl. Pirmin als Abt mehrere elsässische Klöster columbanischer Prägung im Sinne der Benediktregel, darunter auch Maursmünster. Abt wurde Maurus, nach dem das Kloster bald benannt wurde. Am 1. März 1096 weihte Papst Urban II. die neue Klosterkirche ein. Von der staufischen Architektur der Stiftskirche ist heute noch die Westfassade (um 1140/50), die Vorhalle und die Türme aus dem 11. und 12. Jahrhundert vorhanden. Die Fassade wird von drei Giebeln gekrönt und ist von zwei Achtecktürmen flankiert. Dazwischen erhebt sich ein viereckiger, 36 m hoher Hauptturm. Obwohl der Bau nur 20 m breit ist, macht er einen mächtigen Eindruck. Die Front mit ihrem reichen Figurenschmuck, aber auch der Säulen- und Bogenschmuck der Vorhalle zeugen von der romanischen Bildhauerkunst. Daher gilt diese romanische Abteikirche auch als eine der schönsten des Elsass überhaupt. Das hinter dem Westwerk liegende Langhaus der Kirche wurde zwischen 1225 und 1301 in gotischen Formen neu erbaut.

Auch dem Kloster Weißenburg (Wissembourg) im Elsaß war Pirminius verbunden.


Saints-Pierre-et-Paul, die ehem. Klosterkirche

Folgendes Bild: Relief Otfrid von Weißenburg (* um 790; † 875), der erste namentlich bekannte althochdeutsche Dichter. Er schrieb das Bibelepos Liber evangeliorum im südrheinfränkischen Dialekt.


In Pfälzisch Sibirien - Die Hackmesserseite in der Südwestpfalz


Eine Höhenlage von 400 Metern ü.N.N., da ist Winter Winter, mit allem Drum und Dran. Und wenn er kommt, dann kommt er auch gleich mit stürmischem Wind.


In den Sechzigern war deshalb der Kettrichhof das "Nah-Skigebiet" der Pirmasenser gewesen.

 


Beim Kettrichhof


Auf dem Weg vom Kettrichhof zum Waldhaus "Drei Buchen"