Freitag, 11. Oktober 2019

Mennoniten in der Pfalz

Schulpferde auf dem Heckenaschbacherhof

Der Heckenaschbacherhof

Im Jahr 1509 wurde der Heckenaschbacherhof erstmalig urkundlich erwähnt – damals auch unter der Bezeichnung Roggenhof oder Hermann-Aschbacherhof.

Der Hof wurde anfangs lediglich als Viehweide genutzt. Der Hornbacher Klosterschaffner Johann Koch, in dessen Familienbesitz sich der Hof von 1690 bis 1785 befand, erbaute 1711 das Hofhaus. Koch ließ beim Bau des Hauses sein bis heute erhaltenes Wappen am Hofhaus anbringen.


Im Laufe der 500 Jahre seines Bestehens wechselte der Hof häufig die Besitzer.

So wurde er unter anderem 1785 von Herzog Karl August gekauft und dann von den Franzosen als Nationalgut beansprucht. Maria-Amalie, die Witwe von Herzog Karl August ließ sich dies jedoch nicht gefallen und so sprach Napoleon I. das Gut 1805 wieder der Herzogin zu.

Nach weiteren Besitzerwechseln in den darauffolgenden 200 Jahren ist der Heckenaschbacherhof nun seit dem Jahr 2005 im Besitz der Familien Schütz und Wendel.

Die neuen Eigentümer bauten den Hof vom Schweinezucht- und Mastbetrieb zu einem modernen Reitbetrieb um – darüber hinaus wurden die Räumlichkeiten zu besonderen Locations für Veranstaltungen aller Art stilgerecht umgebaut.

Der Kirschbacherhof - Der Hof ist schon 1295 urkundlich nachgewiesen. Er befand sich seit Ende des 16. Jahrhunderts im Besitz der Zweibrücker Herzöge und diente ihnen als bevorzugter Aufenthaltsort bei der Jagd. Die verwitwete Pfalzgräfin Caroline verpachtete den Hof 1724 an die Amischen Jakob Jacki, Andreas Leyenberger und Heinrich Stalter (1737-1800).

2018 kamen auf dem Kirschbacherhof 70 Jungstörche zur Welt. Und im Mai 2019 fand dort ein ökumenischer "Storchengottesdienst" für werdende Eltern statt.


Monbijou bei Dietrichingen


Das heutige Hofgut Monbijou befindet sich an der Stelle des früheren Weilers Leichelbingen, der als Leichelvinga 1258 erstmals erwähnt wurde und zu Pfalz-Zweibrücken gehörte. Es liegt auf der Gemarkung von Dietrichingen am Zweibrücker Flugplatz.

1782 schenkte Herzog Karl II. August seinem Kammerherrn von Kreuzer Leichelbingen und die umliegenden Besitzungen. Von Kreuzer setzte die Güter in Stand und ließ ein Jagdschloss mit Gärten und Weinbergen errichten.

Bei einer Jagd 1785 war der Herzog von dem Anwesen so begeistert, dass er die Güter zurückhaben wollte. Er entschädigte von Kreuzer jedoch mit dem Mölschbacher Hof bei Wattweiler und 16.000 fl für die Inneneinrichtung. Durch Erlass bereits im selben Jahr wurde Leichelbingen in Monbijou umbenannt. In den folgenden Jahren hielt sich der Herzog sehr oft hier auf.

Die umfangreichen Gartenanlagen wurden maßgeblich durch den Gartenarchitekten von Sckell gestaltet, der auch bei Schloss Karlsberg tätig war. Beim Einmarsch der französischen Revolutionstruppen ins Herzogtum im Jahr 1793 richteten diese auf Monbijou das Generalsquartier ein. Die Anlagen wurden erheblich in Mitleidenschaft gezogen, Monbijou war fortan wieder ein Hofgut.

1805 veräußerte die Witwe des Herzogs die Güter mit einer Fläche von ca. 2,12 km² an einen Kammerdirektor Böhmer aus Frankfurt am Main.

Von dem Jagdschloss war bis 1972 vor allem die Orangerie noch gut erhalten. Durch ein Feuer ist sie seitdem Ruine und dem Zerfall preisgegeben.

In der Nachbarschaft von Monbijou liegt ein wertvolles Orchideenschutzgebiet, das von der Pollichia betreut wird.

Das Naturschutzgebiet Monbijou bei Dietrichingen ist Standort von 21 teils seltenen Orchideenarten und Rückzugsgebiet für schützenswerte Tiergesellschaften. Seine Besonderheit: Die auf einem Halbtrocken- und Trockenrasen wachsenden Pflanzen lassen sich von einem Pfad aus betrachten, ohne dass die Besucher dem Orchideen-Ensemble Schaden zufügen.

Die Besonderheiten, die die Orchideenfülle erst möglich machen, liegen einerseits in der besonnten Hanglage. Dazu kommen große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, die im Sommer 50 Grad betragen können, und schließlich die Bodenzusammensetzung. Kalkhaltig und mager lauten die Stichworte für den Halbtrockenrasen. Der Kalk beschleunigt den bereits vom Geländeprofil begünstigten Regenwasser-Abfluss noch weiter. Entsprechend trocken bleibt der Boden, und warm dazu.

Der zu Eppenbrunn gehörende Ransbrunnerhof war ursprünglich ein Klosterhof von Stürzelbronn. Seit dem 17. Jahrhundert wurde er von Schweizer Mennoniten bewirtschaftet, die im Herzogtum Pfalz-Zweibrücken Aufnahme vor Verfolgung gefunden hatten.


Der Bärenbrunnerhof

Der Name entstand aus dem hier im Tal gelegenen Dorf "St. Bernhardsbrunn", das im 30-jährigen Krieg untergegangen war. Die Wiederbesiedlung gelang erst nach dem Pfälzischen Erbfolgekrieg.


1712 übernahm Nikolaus Lorch von Bergzabern den Hof und talabwärts die Mühle. Im Rahmen der Nationalgüterversteigerung wurde das Gut Ende des 18. Jahrhunderts an den amischen Mennoniten Friedrich Hage veräußert. Er zog aber schon 1803 nach Bayern.

Danach kaufte Jakob Rebholz aus Merzalben Hof und Mühle. Um 1830 kam Johannes Guth, ein Amischer vom Ransbrunnerhof als Pächter. 1913 erwarben seine Enkel Peter, Johannes und Heinrich Guth, Hof und Mühle. In der fünften inzwischen evangelisch gewordenen – Generation, stellte Peter Guth den Hof auf Biolandwirtschaft um.

Mittwoch, 9. Oktober 2019

Wer kennt Dietrichingen?


Dietrichingen kennt ja kaum jemand. Aber: "Desch e Fehler!", wie der Schwabe sagt.

Ganz im Südwesten von Rheinland-Pfalz liegt die Gemeinde Dietrichingen. Sie gehört zum Landkreis Südwestpfalz und dort zur Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land. Rund 400 Einwohner zählt Dietrichingen und ist schon fast ein sogenanntes Straßendorf. Rechts und links der Hauptstraße gibt es nur wenige Nebenstraßen.


Hinter den Häusern mit den ungeraden Zahlen fließt die Trualb (Hornbach), ein Bach mit natürlichem Lauf und einem stattlichen Fischbestand. Und in ihrem weiteren Verlauf, zwischen Mauschbach und Hornbach, finden wir eine Herde von Wasserbüffeln.


Acht Wasserbüffel - sechs Kühe und zwei Bullen - waren es 2010 gewesen beim offiziellen Startschuss der Beweidung der Talaue zwischen Hornbach und Mauschbach. Mittlerweile sind es einige mehr. Der Landkreis Südwestpfalz hatte das mit 96.000 Euro vom Land geförderte Projekt gestartet, um drei Ziele zu erreichen. Zum einen als Biotopschutz, zum zweiten, um eine Verbuschung der Kulturlandschaft zu verhindern und zu erhalten. Und zum Dritten hat das Projekt auch einen touristischen Aspekt. Den jetzt elf Tieren stehen rund 17 Hektar zwischen der Landstraße 478 und dem St. Johanner Weg auf beiden Seiten der Trualb (die mündet zwar bei Waldhouse von rechts in den Hornbach, der Hornbach führt aber bis zu der gleichnamigen Stadt den Namen „Trualbe“ als Zweitname nebenher) zur Verfügung. Sie sind eine Attraktion im Hornbachtal.

Dietrichingen und Kirschbach wurden erstmals im Jahre 1295 als Diderichingen und Kuinrisbach urkundlich erwähnt. Monbijou hieß früher Leichelbingen und wurde 1258 als Leichelvinga erwähnt. Die territoriale Zugehörigkeit der Siedlungen folgte stets Pfalz-Zweibrücken, zu dem es bis Ende des 18. Jahrhunderts gehörte.

Mit dem Lustschloss Monbijou, dem als Friedhofstor fungierenden Kriegerdenkmal, einem Quereinhaus in der örtlichen Bergstraße und am Kirschbacherhof existieren vor Ort insgesamt vier Objekte, die unter Denkmalschutz stehen. Die Orangerie des ersteren ist inzwischen lediglich als Ruine erhalten. In der Nähe befindet sich ein wertvolles Orchideengebiet unter Betreuung der Pollichia.

Die Bauten des Kirschbacherhofs aus dem 16. Jahrhundert sind ebenfalls herausragend.

In Kirschbach, das bereits 1591 zu einem Hof degradiert worden war, wurde von 1784 bis 1786 die herzogliche Porzellanmanufaktur von Pfalz-Zweibrücken betrieben, die in dieser Zeit allerdings bereits von einem privaten Pächter betrieben wurde.

Monbijou und Kirschbacherhof sind Mennoniten-Gutshöfe.

Mennoniten werden auch "Täufer" genannt, weil sie nur Erwachsene taufen, die sich zu ihrem Glauben bekennen können, keine Kleinkinder. Die Täufer waren als Glaubensflüchtlinge aus der Schweiz über das Elsaß, wo sie einige Jahrzehnte blieben, bis sie ausgewiesen wurden, ins Zweibrücker Land gekommen. Später wurden sie nach einem ihrer Führer, dem Friesen Menno Simons (1496-1561), "Mennoniten" genannt. Er war als Priester aus der katholischen Kirche ausgetreten und hatte sich dem Täufertum zugewandt. Im späten 17. Jahrhundert entstanden neben den Mennoniten die "Amischen" – benannt nach dem Schweizer Täuferprediger Jakob Ammann. Beide Glaubensgemeinschaften verstanden es, Methoden in der Landwirtschaft zu entwickeln. Sie existierten im Zweibrücker Raum nebeneinander.

Erst, als nach dem 30-jährigen Krieg die entvölkerte Pfalz dringend um Einwanderer warb, durften sich die Glaubensflüchtlinge hier niederlassen. In Pfalz-Zweibrücken erhielten die Mennoniten im Jahre 1713 erstmals eine offizielle Genehmigung zur Ansiedlung. Auf das Bürgerrecht mussten die fortschrittlichen Landwirte, die bis heute auf den Höfen rund um Zweibrücken zuhause sind, jedoch bis 1759 warten.

Mehr siehe hier !!!

Ähnliche Artikel:



Montag, 7. Oktober 2019

Auf den Spuren der Pfälzer Mennoniten


Mennoniten werden auch "Täufer" genannt, weil sie nur Erwachsene taufen, die sich zu ihrem Glauben bekennen können, keine Kleinkinder. Die Täufer waren als Glaubensflüchtlinge aus der Schweiz über das Elsaß, wo sie einige Jahrzehnte blieben, bis sie ausgewiesen wurden, ins Zweibrücker Land gekommen. Später wurden sie nach einem ihrer Führer, dem Friesen Menno Simons (1496-1561), "Mennoniten" genannt. Er war als Priester aus der katholischen Kirche ausgetreten und hatte sich dem Täufertum zugewandt. Im späten 17. Jahrhundert entstanden neben den Mennoniten die "Amischen" – benannt nach dem Schweizer Täuferprediger Jakob Ammann. Beide Glaubensgemeinschaften verstanden es, Methoden in der Landwirtschaft zu entwickeln. Sie existierten im Zweibrücker Raum nebeneinander.

Erst, als nach dem 30-jährigen Krieg die entvölkerte Pfalz dringend um Einwanderer warb, durften sich die Glaubensflüchtlinge hier niederlassen. In Pfalz-Zweibrücken erhielten die Mennoniten im Jahre 1713 erstmals eine offizielle Genehmigung zur Ansiedlung.

Der 4. August 1664 wurde zu einem Meilenstein in der Geschichte der Religionsfreiheit: An diesem Tag unterzeichnete Kurfürst Karl Ludwig die so genannte "Mennistenkonzession" und legalisierte damit die Ansiedlung aus der Schweiz eingewanderter Täufer in der Kurpfalz. In Pfalz-Zweibrücken erhielten die Mennoniten in der "Schwedenzeit" erstmals eine offizielle Genehmigung zur Ansiedlung (1713). Auf das Bürgerrecht mussten die fortschrittlichen Landwirte, die bis heute auf den Höfen rund um Zweibrücken zuhause sind, jedoch bis 1759 warten.


Auf den Spuren der Pfälzer Mennoniten: Ransbrunnerhof, Monbijou, Bärenbrunnerhof, Kirschbacherhof.

Die Störche vom Kirschbacherhof


Eine ganze Population hat sich hier eingenistet. Mindestens fünf Nester finden sich dort.

Samstag, 5. Oktober 2019

Herbstzeit - Kürbiszeit


       
Kürbishof in Bottenbach

Kürbisse sind Farbtupfer im Herbst, beliebt auch bei Hobby-Gärtnern zur Dekoration im naturnahen Bauerngarten. Eine vielfältige Auswahl nicht nur an Zierkürbissen, sondern auch an Speisekürbissen (sowie an Marmeladen, Weinen und Schnäpsen) bietet der besuchenswerte Kürbishof im pfälzischen Birkenhördt.




Pfälzer Kürbissuppe


Das Rezept:

100g durchwachsener Speck
1 EL Öl
1 Stange Lauch
500 g Kürbis ohne Schale und Kerne
¾ l Fleischbrühe
¼ l trockener Weißwein (Riesling)
2 EL Creme fraiche
Salz, Pfeffer aus der Mühle
1 Messerspitze Cayennepfeffer
1 TL Dornfelder Weinessig

Den Speck in kleine Würfel schneiden und im Öl knusprig anbraten, heraus nehmen und beiseite stellen. Den Lauch in feine Ringe schneiden, in dem verbliebenen Fett andünsten. Kürbis in grobe Würfel schneiden, hinzufügen, andünsten und mit dem Weißwein ablöschen. Die Fleischbrühe zugießen und etwa 20 min kochen lassen. Mit dem Mixstab pürieren und Cremel fraiche unterrühren. Die Suppe mit Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer und Essig abschmecken, in Teller füllen und mit den Speckwürfeln bestreuen.

Rezept von Elfriede Wissing



Mittwoch, 2. Oktober 2019

Unterwegs an der Deutschen Weinstraße



An der Weinstraße - durch Hainfeld und nach Burrweiler


Von Hainfeld bis Hambach


Burrweiler

Im September 2000 wurde das Deutsche Ofenmuseum durch den damaligen rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck eingeweiht. Gezeigt wurden, an über 100 Exponaten, die Ofen-Geschichte von der offenen Feuerstelle des 16. Jahrhunderts zum Ofen des 20. Jahrhunderts in Abfolge der Stilepochen zeitgetreu inszeniert. 2009 wurde es geschlossen. Das Museum befindet sich nunmehr in den Räumen der Viessmann-Werke in Allendorf (Eder). In Burrweiler befindet sich jedoch noch eine Antik-Ofen-Galerie in den Ausstellungsräumen der Firma Stritzinger.


Über dem Ort der Annaberg mit der Annakapelle (Wallfahrt mit Kreuzweg).




Dienstag, 1. Oktober 2019

Niedersimten


Pirmasens - Stadtteil Niedersimten

Nachweislich wurde Simten erstmals um das Jahr 1150 erwähnt. Wenn auch die Funde Hinweise auf eine Besiedlung zu diesem Zeitpunkt konkretisieren, so lassen Ortsnamen aus dem 11. Jahrhundert darauf schließen, dass sich schon weitaus früher Menschen im späteren Niedersimten aufhielten. Der Name Sympeton – die keltische Bezeichnung für Schöpfstelle – ist ebenso ermittelt wie der Name Sobebetten.

Im 17. und 18. Jahrhundert gehört Simpten zum Amt Lemberg der Grafschaft Hanau-Lichtenberg, mit den Orten Riedelberg, Stausteinerhof und Eichelsbachermühle zum Schultheißenamt Vinningen. Zu Zeiten des Landgrafen Ludwig IX. zogen dessen Grenadiere und Bedienstete auf ihrem Weg zu den umliegenden Mühlen durch Talsimten, wie der Ort damals noch hieß. Hier ließen sie bei den Simter Spenglern ihr Blechgeschirr in verschiedenen Größen als Maßeinheit fürs Getreide oder das Mehl fertigen oder reparieren. Dem "Spleen" des Landgrafen Ludwig IX. verdankt es Simpten, aus seiner "Vergessenheit" entrissen zu werden. Der Landgraf lässt an der Felsalbe eine Mühle bauen, um seine Grenadiere in Pirmasens mit Mehl versorgen zu können. Ebenso entstehen die Katzenmühle und die Rehmühle.


Wirtschaftlich ist Niedersimten von der Stadt abhängig. Grenadiere heiraten Simter Mädchen und finden so eine Heimat. Ein Soldat des Landgrafen namens Hauter gründet zu dieser Zeit Neu-Simpten (das heutige Obersimten). Simpten heißt nun Alt-Simpten, später Thalsimten und schließlich Niedersimten. Am 8. Juni 1969 wird Niedersimten nach Pirmasens, mit dem es schon seit der Landgrafenzeit so eng verbunden ist, eingemeindet.

An die Zeit rund um den Zweiten Weltkrieg erinnert heute das Westwall-Museum Gerstfeldhöhe am Ortsrand. Die Zivilbevölkerung von Niedersimten hatte es in den Kriegsjahren aufgrund der Grenznähe zu Frankreich besonders hart getroffen. Ein Teil der Westwall-Anlage diente als Unterkunft bei Luftangriffen. Die ehemals überwiegend militärisch genutzte Anlage ist heute mit Schautafeln ausgestattet, welche die Planung, den Bau, die militärische und zivile Nutzung veranschaulichen. Ein zeitgeschichtlicher Rundgang führt durch ein über 1.000 Meter langes unterirdisches Hohlgangsystem.

(Quellenmaterial: Stadt Pirmasens)

Karte:


In der Nordpfalz



Burg Nanstein - Wahrzeichen der Sickingenstadt Landstuhl

Früher ein wehrhafter Schutz für Land und Leute, ist die Burg heute das Wahrzeichen der Stadt Landstuhl.


Nach verschiedenen Inhabern kam Landstuhl Ende des 15. Jahrhunderts an das Geschlecht der von Sickingen als Teil der Herrschaft Landstuhl, die bis Ende des 18. Jahrhunderts existierte. Das bekannteste Mitglied dieser Familie war Franz von Sickingen. Er musste sich nach seiner Niederlage beim Pfälzischen Ritteraufstand auf die Burg Nanstein zurückziehen, wo er bei der Belagerung durch den Erzbischof von Trier, den Pfalzgrafen bei Rhein sowie den Landgrafen von Hessen beim Beschuss der Wehrbauten schwer verwundet wurde und am 7. Mai 1523 seinen Verletzungen erlag.

Auf einem Felssporn des Kahlenbergs über der Stadt Landstuhl im Kreis Kaiserslautern thront die mächtige Burgruine Nanstein. Ähnlich zahlreichen anderen Burgen im Pfälzerwald liegt die Hauptburg auf einem hohen Sandsteinfelsen, der seinerseits mit ausgehöhlten Felskammern versehen ist. In einer davon starb Franz von Sickingen während einer Belagerung durch gleich drei große Reichsfürsten. Um den Sandsteinfelsen herum gruppieren sich die Überreste der Wohn- und Wirtschaftsgebäude der Unterburg.

Zu ihren Glanzzeiten war die Burg gegen Angreifer gut gerüstet. Die ehemals mehrgeschossige Geschützbastion, die 1983 teilweise neu aufgemauert worden ist, stellte an der Berg- und Angriffsseite ein großes Hindernis dar. Westlich davon sorgten ein kleines Rondell aus dem 16. Jahrhundert. sowie eine nicht mehr vorhandene Bastion und die Toranlage für einen weiteren Schutz der Vorburg. An deren östlicher Schmalseite sind Reste einer gotischen Kapelle und eines Wohnbaus zu sehen. Anstelle der Vorburg befindet sich hier heute eine Gaststätte mit einer Aussichtsterrasse. Die heute sichtbare Hauptburg spiegelt überwiegend die letzte große Ausbauphase aus dem 15. und 16. Jahrhundert wider, als die Anlage unter den Nachfahren Franz von Sickingens schloßähnlich ausgebaut wurde. Auf ihrem Burghof finden alljährlich im Sommer Freilichtspiele statt.

Zisterzienserabtei Otterberg - 1579 siedelte der Pfälzer Kurfürst in der aufgehobenen Zisterzienserabtei Otterberg (bei Kaiserslautern) wallonische Flüchtlinge an, die die damaligen Spanischen Niederlande wegen ihres reformierten Glaubens verlassen mussten.


Die Wasserburg in Reipoltskirchen ist ein echtes Kleinod im Pfälzer Bergland - und jederzeit einen Besuch wert. Reipoltskirchen besitzt die besterhaltene Wasserburg der Pfalz.


Im letzten Drittel des 12. Jahrhunderts (1168) entstanden, wirkt die Burganlage auf dem von einer Ringmauer umschlossenen künstlichen Hügel nicht wie eine Ruine, sondern durch die Wohngebäude entlang der Ringmauer wie eine bewohnte Burg. Ein siebzehn Meter hoher Bergfried bewacht sie, ein breiter Graben, in dem das Wasser des Odenbachs gestaut wird, beschützt das romantische Idyll. Der Landkreis Kusel hat das altehrwürdige Gemäuer aufpoliert, ein Restaurant und eine Malschule eingerichtet. In mühevoller Kleinarbeit wurde die historische Substanz konserviert, der Bergfried wieder begehbar gemacht. Und damit Leben in die alten Mauern kommt, entstand im Hauptteil der Burg das "Restaurant zur Wasserburg".

Meisenheim weist heute noch viel von seiner mittelalterlichen Bausubstanz auf, da es als einzige der pfälzischen Städte in seiner Geschichte von Kriegen und größeren Katastrophen verschont geblieben ist.




Montag, 30. September 2019

Die Biebermühle bei Pirmasens


Die Biebermühle

Biebermühle ist ein Weiler im Landkreis Südwestpfalz (Rheinland-Pfalz), der überwiegend zur Ortsgemeinde Donsieders (Verbandsgemeinde Rodalben) gehört. Teile im Westen der Ansiedlung liegen auf der Gemarkung der Ortsgemeinde Thaleischweiler-Fröschen.


Der Weiler liegt auf 264 m ü. NHN am Rande des Pfälzerwalds 6 km nördlich der Stadt Pirmasens an der von dort nach Kaiserslautern führenden Bundesstraße 270. Durch den Ort fließt von Südost nach Nordwest die Rodalb, die nördlich der Wohnbebauung von links in den Schwarzbach mündet.

Biebermühle besteht aus etwa zehn Wohnhäusern. Hinzu kommen ein Bahnhof, ein Teerwerk, eine Gaststätte, ein Bordell, eine Autohandlung, eine Lkw-Werkstatt, ein Umspannwerk, ein Freibad und eine Baufirma im ehemaligen Kraftwerk. Der Bahnhof, das Freibad und Teile der Gewerbebetriebe gehören zu Thaleischweiler-Fröschen, der übrige Weiler zu Donsieders.

Burgruine Steinenschloß bei Biebermühle - die um 1100 erbaute Burg wurde schon 1168 von Kaiser Friedrich Barbarossa zerstört und nie wieder aufgebaut. Noch im 19. Jahrhundert diente sie als Steinbruch, u.a. für den Bahnhof Biebermühle.


1956 war die Ruine nur noch ein von Bäumen und Waldpflanzen überwucherter Schuttplatz. Zu dieser Zeit aber erwachte wegen dort durchgeführter archäologischer Grabung das öffentliche Interesse an der Burg. Und ab 1973 begann eine Rekonstruktion der Anlage. Alles, was man heute sieht, ist also kein Original mehr, sondern neu aufgebaut.


Am Steinenschloß bei der Biebermühle - Schwarzbachtalbrücke der A62 - Über diese Strecke ging 1990 die Operation Lindwurm, der Abtransport amerikanischer C-Waffen aus dem Depot Clausen.

Während der Operation Lindwurm wurden im Jahr 1990 Giftgasgranaten aus dem US-Militärdepot in der Nähe des Ortes Clausen (Rheinland-Pfalz, Landkreis Südwestpfalz) über das Miesau Army Depot zum niedersächsischen Hafen Nordenham transportiert. Von dort wurden sie zur späteren Vernichtung zum Johnston-Atoll im Pazifik verschifft.

Beginnend mit dem 26. Juli 1990 wurden die Giftstoffe mit Lastwagen im Schritttempo durch die engen Straßen von Clausen und anschließend hauptsächlich über die Bundesautobahn 62 abtransportiert. Von dort aus ging es über die Bundesautobahn 6 ins Miesau Army Depot. Die meisten der Behälter wurden aufgrund der geringeren Probleme über die Hauptroute abtransportiert. Das Procedere nahm insgesamt 28 Tage in Anspruch.




Waldfischbach-Burgalben und die Wallfahrt Maria Rosenberg

Ziegen sind neugierig, unberechenbar, wählerisch und außerdem echte Kletterkünstler. Die Urziege ist die Bezoarziege, eine robuste Rasse, die noch heute in den Hochgebirgen zwischen Kleinasien und Pakistan verbreitet ist. Ursprünglich ist die Ziege also in den Bergen zu Hause, so erklären sich ihre verwegenen Kletterkünste und waghalsigen Sprünge. Ziegen lieben auch erhöhte Plätze, denn von dort lässt sich die Umgebung gut beobachten.
Die hier weiden auf Maria Rosenberg bei Waldfischbach-Burgalben in der Südwestpfalz.

Die Gemeinde Waldfischbach-Burgalben liegt am westlichen Rand des Pfälzerwalds, einer Teilregion der Pfalz, zwischen den Städten Kaiserslautern und Pirmasens, im sogenannten Pfälzischen Holzland. Westlich schließt sich die Sickinger Höhe an. Die Gemeinde besteht aus dem im Süden gelegenen Ortsteil Burgalben und dem im Norden befindlichen Waldfischbach.


Waldfischbach wird 1182 als Vispach erwähnt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war es ausgestorben und später ein unbedeutender Bauernort. Es teilte die Geschichte des Holzlandes.

Nach dem Anschluss der Pfalz an Frankreich infolge des Übergreifens der Französischen Revolution wurde Waldfischbach Sitz des Kantons Waldfischbach mit 21 Gemeinden. Auch unter der anschließenden bayerischen Verwaltung blieb der Status als Kantonshauptort zunächst erhalten und Waldfischbach entwickelte sich zu einem wirtschaftlichen Unterzentrum.

1152 wurde Burgalba erwähnt. Es gehörte zeitweise mit Pirmasens zu Hessen-Darmstadt. Nach dem Tod von Landgraf Ludwig im Jahr 1790 verlor Burgalben viele Einwohner infolge der Auflösung der darmstädtischen Garnison. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Burgalben zu einem Ort von Bilderhändlern, die mit Heiligenbildern und anderer naiver Kunst durch Deutschland zogen. Als dies nichts mehr einbrachte, blühte die Korbmacherei auf, sodass sogar auswärtige Korbmacher ihren Wohnsitz nach Burgalben verlegten.

Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde am 7. Juni 1969 aus den bis dahin selbständigen Gemeinden Burgalben mit seinerzeit 2019 Einwohnern und Waldfischbach mit 4336 Einwohnern die Ortsgemeinde Waldfischbach-Burgalben neu gebildet.

Maria Rosenberg ist eine Marienwallfahrt in Waldfischbach-Burgalben im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz. Die Gnadenkapelle stammt aus dem 12. Jahrhundert. Die Wallfahrtskirche wurde 1912 geweiht.


Maria Rosenberg ist ein Wallfahrtsort in Waldfischbach-Burgalben, zu dem ein Tagungshaus für Exerzitien und Seminare gehört („Geistliches Zentrum“ des Bistums Speyer). Darüber hinaus befinden sich auf dem Rosenberg ein Caritas-Altenzentrum sowie ein Haus der Kinder- und Jugendhilfe in der Trägerschaft des Jugendfürsorgevereins St. Josef in Landau-Queichheim. Maria Rosenberg ist die bedeutendste Marienwallfahrt der Pfalz.





Sonntag, 29. September 2019

Sonntagsausflug - 29.09.2019

Zum Gräfenstein gehen wir irgendwann mal hoch. Heute keine Lust gehabt.

Merzalben (Streetview) - Merzalben ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rodalben an. Merzalben ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort. Der Name des Dorfes leitet sich von der Merzalbe ab, die durch den Ort fließt. Der Ort liegt im Pfälzerwald, weitestgehend innerhalb seines Teilbereichs Gräfensteiner Land; lediglich der Nordosten gehört zur Frankenweide. Die Burg Gräfenstein ist eine Burgruine etwa zwei Kilometer östlich von Merzalben. Sie gab der Region ihren Namen.


Leimen in der Südwestpfalz

Die Bank: "Diese herrliche Bank wurde von Christian Lahner nicht nur komplett gebaut, sondern auch komplett gespendet. Diese Bank soll ein Symbol für unser Dorf sein. Hier bei uns könnt ihr Euch ausruhen, ein Dorf zum Erholen, ohne Windkraft!!"

Steht so auf der Website der Gemeinde.

Ganz im Osten des Gräfensteiner Landes liegt Leimen, der höchstgelegene, staatlich anerkannte Erholungsort der Pfalz. Rund 500 m über dem Meeresspiegel.


Waldfischbach-Burgalben (Streetview)


Die Gemeinde Waldfischbach-Burgalben liegt am westlichen Rand des Pfälzerwalds, einer Teilregion der Pfalz, zwischen den Städten Kaiserslautern und Pirmasens, im sogenannten Pfälzischen Holzland. Westlich schließt sich die Sickinger Höhe an. Die Gemeinde besteht aus dem im Süden gelegenen Ortsteil Burgalben und dem im Norden befindlichen Waldfischbach.

Waldfischbach wird 1182 als Vispach erwähnt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war es ausgestorben und später ein unbedeutender Bauernort. Es teilte die Geschichte des Holzlandes.

Nach dem Anschluss der Pfalz an Frankreich infolge des Übergreifens der Französischen Revolution wurde Waldfischbach Sitz des Kantons Waldfischbach mit 21 Gemeinden. Auch unter der anschließenden bayerischen Verwaltung blieb der Status als Kantonshauptort zunächst erhalten und Waldfischbach entwickelte sich zu einem wirtschaftlichen Unterzentrum.

1152 wurde Burgalba erwähnt. Es gehörte zeitweise mit Pirmasens zu Hessen-Darmstadt. Nach dem Tod von Landgraf Ludwig im Jahr 1790 verlor Burgalben viele Einwohner infolge der Auflösung der darmstädtischen Garnison. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Burgalben zu einem Ort von Bilderhändlern, die mit Heiligenbildern und anderer naiver Kunst durch Deutschland zogen. Als dies nichts mehr einbrachte, blühte die Korbmacherei auf, sodass sogar auswärtige Korbmacher ihren Wohnsitz nach Burgalben verlegten.

Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde am 7. Juni 1969 aus den bis dahin selbständigen Gemeinden Burgalben mit seinerzeit 2019 Einwohnern und Waldfischbach mit 4336 Einwohnern die Ortsgemeinde Waldfischbach-Burgalben neu gebildet.

Biebermühle

Biebermühle ist ein Weiler im Landkreis Südwestpfalz (Rheinland-Pfalz), der überwiegend zur Ortsgemeinde Donsieders (Verbandsgemeinde Rodalben) gehört. Teile im Westen der Ansiedlung liegen auf der Gemarkung der Ortsgemeinde Thaleischweiler-Fröschen.


Der Weiler liegt auf 264 m ü. NHN am Rande des Pfälzerwalds 6 km nördlich der Stadt Pirmasens an der von dort nach Kaiserslautern führenden Bundesstraße 270. Durch den Ort fließt von Südost nach Nordwest die Rodalb, die nördlich der Wohnbebauung von links in den Schwarzbach mündet.

Biebermühle besteht aus etwa zehn Wohnhäusern. Hinzu kommen ein Bahnhof, ein Teerwerk, eine Gaststätte, ein Bordell, eine Autohandlung, eine Lkw-Werkstatt, ein Umspannwerk, ein Freibad und eine Baufirma im ehemaligen Kraftwerk. Der Bahnhof, das Freibad und Teile der Gewerbebetriebe gehören zu Thaleischweiler-Fröschen, der übrige Weiler zu Donsieders.

Burgruine Steinenschloß bei Biebermühle - die um 1100 erbaute Burg wurde schon 1168 von Kaiser Friedrich Barbarossa zerstört und nie wieder aufgebaut. Noch im 19. Jahrhundert diente sie als Steinbruch, u.a. für den Bahnhof Biebermühle.


1956 war die Ruine nur noch ein von Bäumen und Waldpflanzen überwucherter Schuttplatz. Zu dieser Zeit aber erwachte wegen dort durchgeführter archäologischer Grabung das öffentliche Interesse an der Burg. Und ab 1973 begann eine Rekonstruktion der Anlage. Alles, was man heute sieht, ist also kein Original mehr, sondern neu aufgebaut.

Freitag, 20. September 2019

Der nächste Winter kommt bestimmt


In Pfälzisch Sibirien - Der nächste Winter kommt bestimmt. Wohl dem, der eine gute Ölheizung hat.


Der Winter hat uns fest im Griff. Es schneit. Die Bürgersteige müssen geräumt werden. Besonders in den ländlichen Regionen entsteht viel Aufwand. Ein Winter-Feature.


Hackmesserseite in der Südwestpfalz - 10. Januar 2019 - Das sog. "Streusalz" ist natürlich ein ökologisch unbedenkliches Produkt. Es ist ein sog. "abstumpfendes Streumittel" (Granulat). En passant wäre Streusalz in unserer Verbandsgemeinde aber nicht generell verboten: "Auftaumittel dürfen nur verwendet werden, wenn sie unschädlich sind. Bitte verwenden Sie – wenn möglich – kein Salz [...], sondern abstumpfende Stoffe ..." So zu lesen in der amtlichen Mitteilung zur Räum- und Streupflicht.




"Energiewende"?


Windräder im Hunsrück - gesehen von der BAB A61 - der Hunsrück ist mit Windrädern geradezu zugepflastert. Die "Energiewende" in Rheinland-Pfalz, die nur noch erneuerbare Energien will, führte dazu.


In unserer unmittelbaren Nachbarschaft haben wir die Schattenseiten dieser Technologie erlebt: Zwischen Vinningen und Obersimten (Kreis Südwestpfalz) hat am Donnerstagabend, 29. November 2018, 17.56 Uhr, ein Windrad Feuer gefangen. Am Donnerstagabend war der Generator-Block des Windrads aus bislang ungeklärter Ursache in Brand geraten. Die Flammen in großer Höhe konnten nicht direkt gelöscht werden, also ließ die Feuerwehr das Feuer kontrolliert abbrennen. Das Gebiet um das Windrad wurde wegen der Gefahr herabfallender Trümmer weiträumig abgesperrt. Der Windpark Vinningen besteht aus vier Windrädern.


Der Windpark Vinningen im August 2015:


Energiewende? In Ostfriesland schießen die Windkraftanalagen geradezu aus dem Boden. Eine fürchterliche "Verspargelung" der Landschaft!




Sonntag, 15. September 2019

Auf den Spuren der Geschichte: Reichshoffen, Froeschwiller und Woerth

Woerth, Denkmal für die in der Schlacht am 6. August 1870 gefallenen Bayern

Die Schlacht bei Wörth (französisch als Bataille de Frœschwiller-Wœrth und auch als Bataille de Reichshoffen bezeichnet) fand am 6. August 1870 im Deutsch-Französischen Krieg in der Nähe des Ortes Woerth im Unterelsaß statt.

Dass die Schlacht unterschiedliche Namen hat liegt daran, dass das deutsche Hauptquartier in Woerth gewesen ist, das französische des Marschalls Mac Mahon in Reichshoffen und die Schwerpunkte der Gefechte waren bei Froeschwiller.

Streetview Reichshoffen


Mahnmal für die Schlacht von Froeschwiller bzw. Reichshoffen


Froeschwiller


Woerth


An diese Schlacht, die in Frankreich als Bataille de Frœschwiller-Wœrth bekannt ist und die etwa 20.000 Tote forderte, erinnert im Ort ein Museum.




Freitag, 13. September 2019

Impressionen aus dem Hunsrück


Die Nunkirche bei Sargenroth

“Die Nunkirche ist das Bauwerk, welches den Hunsrück charakterisiert und von dem die Hunsrücker, ob nah oder weiter entfernt, ehrfurchtsvoll sprechen und mit Liebe und Anhänglichkeit ihrer gedenken, denn die Nunkirche ist die Repräsentation der Hunsrücker Geschichte und die Repräsentation des Charakters der Hunsrücker Bewohner.” So beschrieb ein Bewohner der Region die Nunkirche zur Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert.

Die Nunkirche (Nuwe Kirche, neue Kirche) ist eine romanische Wallfahrtskirche und eines der markanten Wahrzeichen der Hunsrückhöhen. Die Nunkirche liegt auf einer Anhöhe zwischen dem Simmerbachtal und dem Soonwald unmittelbar am Dorfrand von Sargenroth. Direkt östlich grenzen das mit Orchideen bewachsene Rochusfeld und der Bismarckturm an die Nunkirche an.

Nunkirche (“Nuwe Kirche”, neue Kirche) wurde sie wohl im Gegensatz zu den Kirchen von Simmern und Kirchberg genannt. Ihrem Namen zum Trotz ist sie unzweifelhaft eines der ältesten Gotteshäuser des Hochlandes. Im Mittelalter fanden hier unter freiem Himmel die “Hundgedinge” (Gerichte) statt, hier haben wir eine der wenigen Wallfahrtsorte des Hunsrücks.

Die ursprüngliche Kirche wurde um die erste Jahrtausendwende im Auftrag von Erzbischof Willigis aus Mainz gebaut, um die Mainzer Ansprüche im Bereich des Hunsrücks gegenüber den Trierer Kurfürsten zu manifestieren. Die erste Erwähnung findet sich 1072 als Eigenkirche des Gaugrafengeschlechts der Bertholde.

Die Nunkirche gilt als Mutterkirche des nahen Klosters Ravengiersburg.


Die Historische Weiherschleife in Idar-Oberstein

Seit dem 15. Jahrhundert wurden die heimischen Edelsteinvorkommen in sogenannten Schleifmühlen verarbeitet. Von diesen standen einmal 183 am Idarbach, an der Nahe und an anderen Bachläufen um Idar-Oberstein. Am Idarbach allein waren es 56 Schleifen. In den ersten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wurden die Bachschleifen nacheinander stillgelegt. Sie zerfielen und waren schon nach kurzer Zeit aus dem Landschaftsbild verschwunden.

Einen Großteil ihrer beschwerlichen Arbeit verrichteten die Schleifer bäuchlings auf sogenannten "Schleifenkippstühlen" liegend.

Die „Historische Weiherschleife" - eigentlich Kallwiesweiherschleife - blieb mit Unterbrechungen bis 1945 in Betrieb. Sie drohte dann zu zerfallen, wurde aber 1953/54 restauriert. Nach einer erneuten Renovierung und teilweise Erneuerung in den Jahren 1996/97 ist sie wieder für Besichtigungen geöffnet. Sie ist die letzte mit Wasserrad angetriebene Achatschleifmühle am Idarbach.

   

Sie ist das Wahrzeichen von Idar-Oberstein: Die Felsenkirche


Um die Erbauung rankt sich eine Sage: Um die Mitte des elften Jahrhunderts lebten die Brüder Wyrich und Emich von Oberstein auf der Burg Bosselstein. Beide liebten Bertha von Lichtenburg und, als Wyrich von der Verlobung seines jüngeren Bruders mit eben jener erfuhr, stürzte er Emich aus dem Fenster der Burg. Gezeichnet von seiner schweren Schuld beichtete Wyrich die Tat einem Abt. Als Sühne sollte er mit eigenen Händen eine Kapelle an der Stelle, an der sein Bruder gestorben war, errichten. Als der Bau vollendet war, bat Wyrich Gott um ein Zeichen der Vergebung. Ein Quell entsprang dem Felsen, der heute noch fließt. Bei der Einweihung der Kapelle sank Wyrich am Altar tot vor dem Abt nieder.


Diamant- und Edelsteinbörse Idar-Oberstein: Im Jahr 1974 wurde die Diamant- und Edelsteinbörse Idar-Oberstein (DEIO) in Idar-Oberstein, Rheinland-Pfalz, als weltweit erste kombinierte Börse für sowohl Diamanten als auch für Farbedelsteine eröffnet. 1975 wurde sie in den Weltverband der Diamantbörsen aufgenommen, dem mittlerweile 29 Börsen angehören.

Das Fausthaus in Bad Kreuznach


War angeblich das Wohnhaus des Doktor Faust: Das Faust-Haus in Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz).

Interessant auch die Brückenhäuser über der Nahe:


Wie über dem Arno in Florenz gibt es auch in Bad Kreuznach auf der Brücke über die Nahe Brückenhäuser. Früher und heute von Handwerkern bewohnt, in der Neuzeit finden wir aber auch dort Souvenirläden.

Bad Münster am Stein (1991)


In Bad Münster war meine Mutter in den Sechziger Jahren mehrmals zu Kur gewesen.

Bad Münster am Stein-Ebernburg, wie es korrekt und amtlich heißt, ist heute ein Stadtteil von Bad Kreuznach (am 1. Juli 2014 wurde es nach Bad Kreuznach eingemeindet). Bad Münster am Stein-Ebernburg liegt zwischen 108 und 320 Metern über dem Meeresspiegel zu Füßen der Ebernburg in dem Porphyrbergland von Münster am Stein, Teil des Nordpfälzer Berglands, mit Wäldern und Weinbergen, umrahmt von den Felsmassiven des Rheingrafensteins und des Rotenfels an der Nahe.

Die größte Dichte von Gradierwerken in Deutschland (rund 1,4 km) erstreckt sich im Salinental von der Nachbarstadt Bad Kreuznach bis zum Kurgebiet Bad Münsters.

Seit 1729 ist die heutige Form der Gradierwerke zur Salzgewinnung in Bad Münster am Stein belegt. Das schwach salzhaltige Wasser der Solequelle wurde früher durch Wasserräder und wird heute mit elektrisch angetriebenen Pumpen auf die Gradierwerke gefördert. Von dort rieselt es mit einer unzähligen Menge von Wassertropfen an den etwa acht Meter hohen Schwarzdornwänden in ein Auffangbecken herab, während die Luft in der Umgebung mit verschiedenen Salzbestandteilen wie Iod-, Brom- und Strontium-Ionen sowie dem Edelgas Radon angereichert wird. Durch die Verdunstung des Wassers während des Herabrieselns in die Auffangbecken wird der Salzgradient (Anteil) der Sole erhöht. Die Wasserräder und ein Teil der Kunst (Gestänge zur Kraftübertragung) können noch besichtigt werden.

Das 1911 im Jugendstil nordischer Prägung erbaute Kurmittelhaus im Kurpark gilt als eines der schönsten Fachwerkgebäude der Region. Es enthält die Brunnenhalle mit den Heilquellen Maximilianquelle und Rheingrafenquelle, die in drei Glasröhren aufsteigen.

Geburtshaus W.O. von Horn in Horn im Hunsrück - W. O. von Horn, eigentlich Friedrich Wilhelm Philipp Oertel (* 15. August 1798 in Horn (Hunsrück); † 14. Oktober 1867 in Wiesbaden) war ein deutscher evangelischer Pfarrer und Volks- und Jugendschriftsteller.


Familiengeschichte: Horn im Hunsrück, Geburtsort meiner Mutter (Jahrgang 1927). Mein Großvater (Jahrgang 1894) war ein wohlreputierter Bauer. Seine Zuchtbullen des Glanrindes waren preisgekrönt.


Auch im Zweiten Weltkrieg musste der Opa wieder die Uniform anziehen. Er hatte im WW I die Hölle von Verdun überlebt. Der älteste Sohn wurde mit 20 bei Stalingrad vermisst.


Nach dem Krieg arbeitete meine Mutter als Kindergärtnerin. Meinen Vater hat es auf "Hamsterfahrt" nach Horn verschlagen.

Und die Sommer meiner Kindheit habe ich dort erlebt, auf dem Bauernhof genau vis-à-vis des ehem. Pfarrhauses, wo W.O. von Horn (Wilhelm Oertel, 1798 - 1867) wirkte. Der Hof existiert nicht mehr. Die Stallungen und Wirtschaftsgebäude sind abgerissen.

Von der Pfalz in den Hunsrück - Ab Hohenecken über Kaiserslautern, die A6, die A63 und die A61 bis Rheinböllen.