Donnerstag, 12. August 2021

Souvenirs de la Bretagne. Le Vivier-sur-mer und Umgebung

Künstler-Atelier auf dem Mont-Dol



Quartier im Herrenhaus Manoir de la Salmoniére (1999)


40 Rue de la Grève, 35960 Le Vivier-sur-Mer, Frankreich


Unsere Unterkunft von 1999 ist heute nicht mehr existent, geschlossen. Schade drum, denn das war wirklich ein romantisches Quartier gewesen. Angelockt hatte uns auch, dass groß zu lesen war, man würde Deutsch, Englisch und Italienisch sprechen. Aber Pustekuchen, Madame konnte nur Französisch. Auf Deutsch kannte sie das Wort "Schlüssel" und auf englisch "Cash". Und das bedeutete, es gab nur Barzahlung und das im Voraus!

Le Vivier-sur-mer ist das Zentrum der bretonischen Muschelzucht.


Moules de bouchot, Pfahlmuscheln, werden hier in der Baie du Mont-Saint-Michel gezüchtet. Wegen der Gezeitenunterschiede von 14 Metern fahren die Züchter mit Amphibienfahrzeugen raus zu den Muschelbänken. Beeindruckend, wenn einem dann so ein Monster auf der Dorfstraße begegnet. Oder mit 30 km/h vor einem herzuckelt.

Gerne fuhren wir zum Mont-Dol. Vom Gipfel hat man einen ganz tollen Blick auf die Bucht des Mont-Saint-Michel.


Zu den Sehenswürdigkeiten zählt auch die Windmühle Moulin du Tertre. Sie wurde 1843 mit einem Kegeldach erbaut. Das historische Getreidemahlwerk aus dem Jahr 1843 wurde bis 1954 genutzt und blieb erhalten. Ende des 19.Jahrhunderts erhielt die Windmühle eine zusätzliche Dampfmaschine, um die Mühle auch bei Windstille betreiben zu können. Die Dampfmaschine wurde 1929 erneuert.

Dol de Bretagne


Das vermutlich bereits in keltischer Zeit entstandene Dol war die frühere Hauptstadt der Bretagne. In der Mitte des 9. Jahrhunderts unter dem hl. Samson (bretonisch: Sant Samzun a Zol) als eines der sieben Gründungsbistümer der Bretagne entstanden, war es bis zur Französischen Revolution Sitz eines Erzbistums und entsprechend bis in das 16. Jahrhundert auch Ziel des Tro-Breizh, einer der bedeutendsten mittelalterlichen Wallfahrten.

Die Kathedrale Saint-Samson ist ein Meisterwerk der bretonischen Gotik und ein sehenswertes Zeugnis der reichen spirituellen Vergangenheit dieser Region. Nicht nur die Kathedrale, auch die schönen Herrenhäuser in der Grande-Rue-des-Stuarts ziehen die Besucher in ihren Bann.

Der Menhir du Champ-Dolent, etwas außerhalb von Dol de Bretagne, ist zusammen mit dem etwa gleichhohen Menhir von Kerloas das größte aus der Jungsteinzeit stammende, aufrechtstehende Steinmonument Frankreichs.

Der Name des Menhirs (Menhir du Champ Dolent, schmerzensreiches Feld) rührt daher, dass er an einer Stelle steht, in der in keltischer Zeit eine erbitterte Schlacht tobte. Von dem Menhir geht die Sage, dass er immer dann, wenn in der Pfarrgemeinde von Dol de Bretagne ein Mensch sterbe, ein kleines Stück im Erdboden versinke und dann, wenn er ganz versunken sei, gehe die Welt unter.

Nur drei Kilometer von der Stadt entfernt befindet sich der Mont-Dol, ein 65 m hoher Granitfelsen, Ursprung zahlreicher Legenden. Hier soll der Heilige Michael (Saint Michel) mit dem Teufel gekämpft haben. Die auf den Felsen sichtbaren Krallenspuren, der Sitz des Teufels sowie der Fußabdruck des Heiligen Michael zeugen von diesem legendären Kampf.

Cherrueix (Breton: Kerruer, Gallo: Chaéruér)

Die Kirche Notre Dame stammt aus dem 15. Jahrhundert und vis-à-vis gibt es eine kleine Bar und Restaurant, wo man sich auf einen Pastis niederlassen kann.


Chapelle Sainte-Anne, Cherrueix: Die Kapelle geht in ihren Ursprüngen auf das 11. Jahrhundert zurück. Die Namenspatronin, Sainte Anne, war zugleich die Schutzheilige eines der gewaltigsten Eindeichungsvorhabens jener Zeit, des Digue de la Duchesse Anne, eines Deichs, der den Marais de Dol zur Baie du Mont-Saint-Michel hin abschließt. Die Kapelle wurde im Jahr 1630 durch eine Flut zerstört, aber 1684 wieder aufgebaut. Im Verlauf der Französische Revolution wurde die Kapelle säkularisiert, im zweiten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts restituiert. Bis heute findet am Tag der Hl. Anna eine Prozession der umliegenden katholischen Pfarreien statt.

Rund um die Kapelle gibt es seit 2005 ein Renaturierungsprojekt zur Wiederherstellung einiger der bis in die 1960er Jahre an dieser Stelle existierenden Lagunen.

Hier weht immer der Wind. Davon zeugen nicht nur die Windmühlen am Ortsrand (heute ohne Flügel und Ferienhäuser), sondern auch die vielen Strandsegler (Cherrueix ist sozusagen die Welthauptstadt der Strandsegler, 2012 fand hier die Weltmeisterschaft statt). Und hier kann man herrlichen Knoblauch kaufen. Zwei Zöpfe landen immer in unserem Kofferraum.

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