Samstag, 3. Juli 2021

Von Pewsum nach Greetsiel


Die Manningaburg in Pewsum - Krummhörn - Ostfriesland


Die von einer breiten Graft umgebene Manningaburg in Pewsum war ursprünglich ein Häuptlingssitz der ostfriesischen Familie Manninga, die auch Herren von Lütetsburg, Jennelt und Westeel waren. 1565 verkaufte Hoyko Manninga die Niederungsburg sowie die Pewsumer Mühle an Graf Edzard II. von Ostfriesland und dessen Gemahlin Katharina von Schweden. Von der ursprünglichen Burganlage ist nur noch die Vorburg erhalten.

Im 17. Jahrhundert weilten oft die ostfriesischen Fürsten mit ihren Gästen hier (unter anderem Aufenthalt des Großen Kurfürsten während seiner Reise in die Niederlande 1634). Im Jahre 1669 wurde die Burg umfassend renoviert. Danach setzte ihr Verfall ein. Der Geldmangel des ostfriesischen Fürstenhauses Cirksena machte dringend erforderliche Reparaturen unmöglich. Vor allem die Bausubstanz der Oberburg litt. Im Jahre 1716 musste sie schließlich abgebrochen werden. Nach dem Tod des letzten einheimischen Fürsten, Carl Edzard gelangte die Burg in den Besitz des preußischen Königs Friedrich II. Dieser wollte sie auf Abbruch verkaufen, rückte aber von diesem Plan ab, weil ihm die Gebote für die Anlage zu niedrig erschienen.

1859 gelangte die Burg in private Hand. Heute ist nur noch die Unterburg, der Kern der Burganlage aus dem Jahre 1458 erhalten. Das Torhaus mit niederländischem Einfluss stammt etwa aus der Zeit um 1550. Die Vorburg (mit Marstallgebäude) und die Oberburg (das Schloss) aus dem 16. Jahrhundert wurden bereits im 18. Jahrhundert abgerissen.

1954 kaufte der „Heimatverein Krummhörn e. V.“ mit Hilfe des Kreises Norden und der Ostfriesischen Landschaft die Burg. Die Anlage stand zu dieser Zeit kurz vor dem Verfall, so dass der Verein die Burg zunächst umfassend sanieren musste. 1980 übernahm die Gemeinde Krummhörn die Burg. Zurzeit befinden sich in der Burg ein Museum und das Standesamt, in dem jährlich etwa 100 Paare getraut werden.

Nicolai-Kirche Pewsum


Pewsum ist eine der lutherischen Inseln, in der von der Evangelisch-reformierten Kirche dominierten Krummhörn. Ihr Gotteshaus ist die aus dem 14. Jahrhundert stammende St.-Nicolai-Kirche.

Pewsum benachbart ist Groothusen. Hier befindet sich die Osterburg.


Das Dorf Groothusen in der Krummhörn war im frühen Mittelalter ein bedeutender Handelsplatz. Damals lag es, wie viele andere Orte der Krummhörn, unmittelbar an einer Meeresbucht und war für die Schiffahrt nutzbar. In Groothusen gab es drei Burgen, von denen heute nur noch eine, die Osterburg, übrig geblieben ist. Biegt man in Groothusen in Richtung Greetsiel ab, findet man die als schlichtes Herrenhaus errichtete Burg auf der rechten Seite in einem Park. Durch vier barocke Torpfeiler gelangt man zu der dreiflügeligen Burganlage. Der Mittelbau enthält noch Mauerteile des Ursprungsbaus aus dem 15. Jahrhundert. Die beiden Seitenflügel wurden im 16.Jahrhundert hinzugefügt und im 18. und 20. Jahrhundert verändert und erneuert. Beim Wandeln rund um die Wasserburg trifft man auf die barocke Lindenallee mit dem Flötenspieler als Point de vue, einem der eindrucksvollsten Philosophenwege im Nordwesten. In dem beidseitigen waldartigen Hain entdeckt man die Spuren eines romantischen Landschaftsparks im englischen Stil ab 1794.

Reformierte Kirche in Groothusen


Das heutige Bauwerk geht in seiner Grundsubstanz auf das Jahr 1425 zurück, der Turm ist älter und wird auf das Jahr 1225 datiert. Im frühen Mittelalter war sie eine der sechs Propsteikirchen des alten Emsgaues.

Von übergeordneter kunsthistorischer Bedeutung ist vor allem die Orgel, die von Johann Friedrich Wenthin erbaut wurde sowie das Taufbecken von Ghert Klinghe, das als die älteste Bronzetaufe Ostfrieslands gilt.

Das heutige Bauwerk geht in seiner Grundsubstanz auf das Jahr 1425 zurück, der Turm ist älter und wird auf das Jahr 1225 datiert.

Im abgetrennten Chorraum befinden sich Grabsteine und Sarkophagdeckel von Bewohnern der Groothuser Burgen und der ehemaligen Pastoren. Sie befanden sich ursprünglich im Mittelgang der Kirche und wurden bei der Renovierung verlegt. Der markanteste Grabstein ist der von Adda van Mecklenborch, der einzigen Herrin von Groothusen. Sie starb 1590 und ist auf ihrem Grabmal aus Blaustein in der Tracht ihrer Zeit auf einem kleinen Podest unter einem Bogen mit gegliederten Pfosten dargestellt. Zwei Engel schweben über ihr und halten über ihrem Kopf ein Allianzwappen: Lilie auf Herz und Pelikan mit Jungen.

Der Leuchtturm von Pilsum


Den Leuchtturm, in dem der Komiker Otto Waalkes im Film "Otto der Außerfriesische" hauste, gibt es auch en miniature für den eigenen Garten.


Der circa 11 Meter hohe Pilsumer Leuchtturm wurde Ende des 19. Jahrhunderts als einer von vier Leuchtfeuern an der ostfriesischen Nordseeküste fertig gestellt. Sein gelb-roter „Ringelsockenanstrich“, verleiht ihm sein unverkennbares Aussehen und machte den Leuchtturm zu einem der bekanntesten Wahrzeichen Ostfrieslands.

Greetsiel


Greetsiel im Juli 2018

Mit 25 Krabbenkuttern, die den malerischen Hafen im Fischerdorf Greetsiel regelmäßig ansteuern, ist in Greetsiel die größte Kutterflotte Ostfrieslands zuhause. Neben dem Hauptfang, den Nordseekrabben, die auch "Granat" genannt werden, fangen die Kutter außerdem in kleineren Mengen auch Plattfische wie Schollen, Scharben und Seezungen. Mittlerweile ist der historische Hafen über 600 Jahre alt.

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